Erfolg bei der Arbeit 3 Min. Lesezeit 27. Dezember 2021

Reskilling – Wie mache ich mein Unternehmen zukunftsfähig?

Verfasst von hearthunting. Editor

Der technologische Fortschritt breitet sich auf vielen Ebenen der Gesellschaft rasant aus. Wie wird sich das auf unser individuelles Berufsleben auswirken? Welche Veränderungen mag es im kommenden Jahr 2022 geben, die uns persönlich am Arbeitsplatz betreffen werden? Was wird übernächstes Jahr sein, oder in 10 Jahren? Wird unser erlerntes Berufsfeld überhaupt noch so aussehen, wie wir es bislang kannten?

Große Veränderungen erfordern auch Strategien der Anpassung, um zukunftsfähig zu bleiben. Für Unternehmen lohnt es sich daher, eine Arbeitskultur auszubilden, in der Mitarbeiter wie auch Führungspersonal aktiv Reskilling betreiben.

Reskilling – Modewort oder Notwendigkeit?


Reskilling kann ins Deutsche grob mit dem Wort „Umschulung“ übersetzt werden. Beide Begriffe meinen jedoch nicht dasselbe. Während man im allgemeinen Sprachgebrauch unter Umschulung versteht, dass von einem Berufsfeld komplett in ein anderes gewechselt wird, meint Reskilling im Prinzip einen fortwährenden Prozess des sich immer wieder Anpassens und neu Ausrichtens an ständige Veränderungen im eigenen Beruf.

Etwas plakativ könnte man also sagen: Bei der Umschulung wechselt man die Branche, beim Reskilling passt man sich an Veränderungen in der Branche an.

Deutschland im Vergleich


Die Berufswelt in Deutschland scheint sich, was Reskilling angeht, ein wenig in eine Haltung der wissenden Stagnation verrannt zu haben: Wissend, weil man sich im Allgemeinen durchaus dessen bewusst ist, dass technologische Entwicklungen schon in nächster Zukunft auf dramatische Weise das Arbeitsleben verändern werden. Stagnation, weil man gleichzeitig aber auch nicht viel tut, um sich gezielt darauf vorzubereiten.

Eine Umfrage aus der Reihe Decoding Global Talent verglich mehr als 360.000 Befragte aus 197 Ländern hinsichtlich ihrer Ansichten zu aktuellen Trends in der Berufswelt. Ein entscheidender Punkt war dabei deren Haltung zur (zunehmenden) Technologisierung am Arbeitsplatz und den jeweils vermuteten Auswirkungen auf das eigene Berufsleben.

Die Umfrageergebnisse rücken Deutschland dabei in ein eher widersprüchliches Licht: Zum einen glaubten 55% der deutschen Befragten, dass sich technologische Entwicklungen in naher Zukunft deutlich auf ihr Arbeitsleben auswirken werden. Gleichzeitig gaben aber nur 38% an, sich regelmäßig fortzubilden, um mit diesen Entwicklungen gut umgehen zu können. 

Andere Länder sind uns Deutschen da weit voraus: In Nigeria etwa gehören regelmäßige Fortbildungen regelrecht zum Standard in der Arbeitswelt – dort lassen sich 85% der Berufstätigen mindestens einige Wochen lang im Jahr fortbilden.

Wie kommt es also, dass in Deutschland – trotz des allgemeinen Bewusstseins für das Herannahen noch tieferer technologischer Veränderungen – so wenig aktive Auseinandersetzung damit anzutreffen ist?

Akzeptanzproblem Künstliche Intelligenz


Einer der Gründe und gleichzeitig auch eines der heikelsten Themen mag dabei das der Künstlichen Intelligenz am Arbeitsplatz sein. Laut dem Kaspersky-Report von 2021, bei dem 1000 Teilnehmer aus der Bundesrepublik im Alter zwischen 16 und 30 befragt wurden, gaben ganze 19% an, dass eine Zukunft mit dem Einsatz Künstlicher Intelligenz für sie ein regelrechtes Horrorszenario darstellt.

Dies ist eine bemerkenswerte Feststellung – kommt doch Künstliche Intelligenz schon längst in vielen Bereichen, jedoch anscheinend oftmals unbemerkt, zum Einsatz.

Sicherlich – es besteht eine berechtigte und auch absolut notwendige Debatte über die Frage, wie viel Raum und Entscheidungsfähigkeit die Gesellschaft einer Künstlichen Intelligenz oder allgemein automatisierten Systemen überantworten sollte.

Andererseits sind es de facto meist kleine und deutlich abgrenzbare Bereiche, die in modernen Unternehmen von Künstlichen Intelligenzen gelöst werden. Bis zum Alptraumpotenzial ist es da noch ein ganzes Stück des Weges hin.

Für den beruflichen Alltag ist die Angst vor neuen Technologien folglich eher ein schlechter Ratgeber. Sie hemmt uns darin, uns schon frühzeitig mit neuen technischen Möglichkeiten auseinanderzusetzen und sie als hilfreiches Werkzeug zu begreifen, das wir intelligent und zu unserem Vorteil nutzen können – um uns dadurch auf die Dauer im eigenen Berufsfeld unverzichtbar zu machen (anstatt, wie landläufig oft befürchtet wird, uns von ihnen ersetzen zu lassen).

Reskilling – der Weg aus der Passivität


Gerade für Unternehmen in Deutschland ist es also maßgeblich, eine Unternehmenskultur zu institutionalisieren, in der Reskilling sowohl beim Führungspersonal, als auch bei den Mitarbeitern einen festen Platz erhält. Reskilling bedeutet in diesem Sinne: Die Mitarbeiter erhalten regelmäßig die Gelegenheit, eigene Kompetenzen zu überprüfen, sich neues Wissen anzueignen – aber beizeiten auch alte Routinen abzustreifen, wenn diese angesichts neuer Methoden eher hinderlich werden.

Kommende Veränderungen, die zunächst unbequem oder gar beängstigend wirken mögen, können somit dauerhaft in Erfolg und eine positive Haltung zur Zukunft umgewandelt werden.


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Ursprünglich veröffentlicht am 27. Dezember 2021