New Work 7 Min. Lesezeit 07. April 2021

Der geteilte Arbeitsplatz - Vorteile und Herausforderungen von Jobsharing

Verfasst von Frithjof

Flexible Arbeitszeitmodelle sind schwer im Kommen. Denn eine steigende Zahl an Arbeitnehmern bevorzugt es, mehr Freizeit zu haben, mehr Zeit mit der Familie zu verbringen oder sich nebenberuflich weiter zu bilden. Eine Möglichkeit dazu bietet das Jobsharing-Modell. In unserer #hearthunting.-Serie rund um das Thema New Work wollen wir Dir einen Einblick geben, was Jobsharing ist und welche Vorteile und Herausforderungen damit verbunden sind.

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Jobsharing - Eine Alternative zur Vollzeitstelle

Jobsharing ist ein Arbeitszeitmodell bei dem sich zwei oder mehr Arbeitnehmer eine Vollzeitstelle teilen. Im Unterschied zur klassischen Teilzeitarbeit ist es aber nicht der Arbeitgeber, der eine Vollzeitstelle in mehrere Teilzeitstellen unterteilt. Stattdessen sind es die Arbeitnehmer, die sich die Verantwortung und Aufgaben einer Vollzeitstelle teilen. Wie die Einteilung genau erfolgt, wer für was verantwortlich ist, wann die Arbeitszeiten sind, wer an welchen Meetings teilnimmt usw., das obliegt in der Regel den Arbeitnehmern. 

 

Unter Jobsharing werden drei verschiedene flexible Arbeitszeitmodelle zusammengefasst:

  1. Jobsplitting: Ist die am häufigsten vorkommenden Variante des Jobsharings, weswegen Jobsharing und Jobsplitting oft synonym verwendet werden. Wie der Name bereits sagt, wird eine Vollzeitstelle gesplittet und zwischen mehreren (meistens zwei) Arbeitnehmern aufgeteilt. Auch wenn sich die Arbeit oft sehr ähnlich ist, arbeiten die Arbeitnehmer unabhängig voneinander und zu unterschiedlichen Zeiten. 
  2. Jobpairing: Ist grundsätzlich dem Jobsplitting ähnlich, d.h. eine Vollzeitstelle wird gesplittet. Allerdings arbeiten die Jobsharer nicht unabhängig voneinander sondern zusammen. Aufgaben werden zusammen erledigt, Projekte gemeinsam gestemmt. Hier ist Teamarbeit gefragt, aber nicht nach dem Motto: Toll ein Anderer machts.
  3. Topsharing: Dabei wird eine Führungsposition partnerschaftlich geteilt. Topsharing ist die hohe Kunst des Jobsharings. Viel Kommunikation, genaue Absprachen und Klarheit über die Verantwortlichkeiten sind das A und O.



zwei Männer schauen gemeinsam auf Laptop und lächeln dabei 

Welche Voraussetzungen solltest Du beim Jobsharing mitbringen?

Nicht für jeden oder jede ist Jobsharing geeignet. Du bist gerade Vater oder Mutter geworden und willst mehr Zeit mit deiner Familie verbringen. Dein Arbeitgeber bietet flexible Arbeitszeitmodelle an und Du bist aus verständlichem Grund Feuer und Flamme dafür. Sei aber ehrlich zu Dir selbst und hinterfrage Dich, ob Du für Jobsharing die Voraussetzungen mitbringst:

  • Organisation: Egal ob Jobsplitting- oder pairing, Du arbeitest nicht alleine, sondern teilst Dir eine Stelle mehr oder weniger intensiv in Zusammenarbeit mit mindestens einem Kollegen / einer Kollegin. Das bedeute, dass Arbeitsabläufe organisiert und die Aufgabenverteilungen geklärt werden müssen. Das erfordert ein hohes Maß an Kommunikation. Womit wir schon beim nächsten Punkt sind.
  • Kommunikation: Ohne Absprachen und Informationsaustausch mit den Kollegen geht es nicht. Ihr müsst euch am besten täglich gegenseitig updaten und auf dem Laufenden halten.
  • Eine regelmäßige und offen und ehrlich geführte Kommunikation setzt voraus, dass Du Dich mit deinen Jobsharing-Kollegen auch menschlich verstehst. Wenn Du mit ihm oder ihr kein gutes Verhältnis hast, ihr euch gegenseitig auch nicht vertraut, dann seid ihr keine idealen Jobsharing-Partner. 

 

Du hältst von langfristiger Organisation und Arbeitsaufteilung, von Daily Stand-ups und offener Kommunikation wenig bis gar nichts und Deinen potentiellen Jobsharing-Partner/Partnerin kennst Du nur vom Hören-Sagen? Dann ist Jobsharing mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht das geeignete Arbeitsmodell für Dich.



Frau sitzt am Schreibtisch mit Notizbuch und Laptop und arbeitet mit ihrem Taschenrechner

 

  

Was sind die Vorteile und Heraus-forderungen beim Jobsharing?

Neben dem offensichtlichen Vorteil der flexiblen Arbeitszeitgestaltung für Arbeitnehmer birgt das Jobsharing-Modell auch weitere Vorzüge für Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Diese und auch die mit Jobsharing verbundenen Herausforderungen wollen wir Dir hier aufzeigen.

 

Was spricht für Jobsharing?

  • Vier Augen sehen mehr als zwei: Durch Jobsharing kannst Du individuelle Stärken und Schwächen mit Deinem Partner/Partnerin ausgleichen und ihr könnt eure jeweiligen Stärken voll zur Geltung bringen. Dadurch arbeitest Du effektiver und Fehler treten seltener auf.
  • Im Krankheitsfall bleibt die Arbeit nicht unerledigt, sondern der oder die Andere springt ein. Das ist auch aus Arbeitgebersicht gut. Die Arbeitsstelle bleibt durchgängig besetzt und bei längerem Ausfall kann ein neuer Mitarbeiter/Jobsharing-Partner schnell eingearbeitet bzw. angelernt werden.
  • Jobsharing ist gut für Deine Gesundheit: Du bildest mit deinem Jobsharing-Partner ein eingespieltes Team. Das reduziert dein Stresslevel, Du bist erholter, ausgeschlafener, hast weniger Belastungen zu schultern und bist seltener krank. 
  • Du hast mehr Freizeit: Du kannst Dich auf Familie, Freunde und Hobbys konzentrieren und bist ein zufriedenerer Mensch.
  • Letztlich ist das auch gut für Arbeitgeber: Zufriedene Mitarbeiter sind loyaler, motivierter, produktiver und identifizieren sich mehr mit dem eigenem Unternehmen. Das wirkt sich positiv auf das Unternehmensimage aus.

 

Welche Herausforderungen bringt Jobsharing mit sich?

  • Jobsharing heißt, Du teilst Dir eine Stelle und arbeitest weniger. Das bedeutet aber auch, dass Du weniger Gehalt verdienst und damit später eine geringere Rente bekommst. Du musst also zwischen Geld und Freizeit abwägen.
  • Wie bereits erwähnt, ist Kommunikation und Organisation zwischen den Jobsharing-Partnern wichtig. Das ist mit Zeit und Mühe verbunden. Klappt das nicht, kann es passieren, dass Aufgaben unerledigt bleiben, doppelt bearbeitet werden oder sich keiner wirklich zuständig fühlt. 
  • Dein Unternehmen muss grundsätzlich positiv zu Jobsharing eingestellt sein: Setzt Dein Arbeitgeber vielmehr auf Konkurrenz statt auf Kooperation zwischen den Mitarbeitern, lässt sich Jobsharing nur schwer umsetzen.
  • Aus Unternehmenssicht bedeutet Jobsharing höhere Lohn- und Lohnnebenkosten sowie ein höherer Verwaltungs- und Organisationsaufwand. 
  • Ohne den passenden Jobsharing-Partner/Partnerin funktioniert es nicht. Wie heißt es so schön: Die Chemie muss stimmen. Ist das nicht der Fall, treten Konflikte und Spannungen auf, die sich negativ auf Deine Arbeit auswirken.

 

Pro+Contra Jobsharing

 

Mit Jobsharing hast Du die Möglichkeit Arbeit, Familie und Freizeit besser unter einen Hut zu bekommen. Du teilst Dir eine Stelle mit einer oder mehreren Personen, verbringst dadurch weniger Zeit auf Arbeit und hast dafür ein erfüllteres Privatleben. Die finanziellen Einbußen an Gehalt und Rente sind der Preis, denn du dafür zahlen musst. 

Für Unternehmen bietet Jobsharing die Möglichkeit sich als moderner, innovativer und flexibler Arbeitgeber zu präsentieren. Das stärkt nicht nur das Unternehmensimage und die Mitarbeiterbindung von qualifiziertem Personal, es sorgt auch für motivierte und produktive Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. 

 

Was ist Deine Meinung zu Jobsharing? Könntest Du Dir vorstellen eine solche Stelle zu begleiten oder hast Du vielleicht schon Erfahrungen, positive wie negative, mit Jobsharing gesammelt? 

Klicke auf den nachfolgenden LinkedIn-Beitrag und teile mit uns Deine Meinung und Erfahrung zum Thema Jobsharing:Abstimmung zu Jobsharing auf LinkedIn

 

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Ursprünglich veröffentlicht am 07. April 2021