Inklusion 5 Min. Lesezeit 04. August 2021

Das kann jede*r von uns für mehr Vielfalt in der Arbeitswelt tun

Verfasst von Denise

Wie vielfältig ist eigentlich Dein Arbeitsplatz? Hast Du Kollegen oder Kolleginnen, die ein anderes Geschlecht, eine andere sexuelle Orientierung, Religionszugehörigkeit oder Hautfarbe als Du haben? Was bedeutet Vielfalt eigentlich genau und inwiefern kannst sowohl Du, als auch dein Unternehmen davon profitieren? Wir wollen im folgenden Artikel einen Blick auf dieses Thema werfen, das in den letzten Jahren stark an Bedeutung zugenommen hat. Denn vor allem in deutschen Unternehmen kommt dieses Thema immer noch viel zu kurz. Dabei kann jede*r von uns etwas dazu beitragen, dass unsere Arbeitswelt bunter und vielfältiger wird.

Mangelnde Vielfalt am Arbeitsplatz kann schnell zu Ausgrenzung und Mobbing führen. Mehr zum Thema Mobbing am Arbeitsplatz durch erfährst Du hier.

 


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Was bedeutet Vielfalt für Dich und Deine Arbeitswelt?

Vielfalt oder auch Diversität bedeutet auf Dein Arbeitsumfeld bezogen, dass unter Deinen Kollegen und Kolleginnen Unterschiede bestehen in Kategorien, wie: Alter, Geschlecht und geschlechtliche Identität, sexuelle Orientierung und Identität, Behinderung, Religion und Weltanschauung sowie ethnische Herkunft und Nationalität. 

Solltest Du in einem deutschen Unternehmen arbeiten, dessen Aktivität sich auf den deutschsprachigen Raum beschränkt, wird es mit dieser Vielfalt vermutlich nicht allzu weit her sein. Laut einer Studie, die das Recruiting-Portal Glassdoor 2019 unter 645 deutschen Beschäftigten durchgeführt hat, arbeitet mehr als ein Drittel der Befragten in Unternehmen, deren Belegschaft homogen zusammengesetzt ist. In Deutschland liegt der Anteil an Unternehmen, die vielfältig aufgestellt sind, deutlich unter dem internationalen Durchschnitt von 71%. 

Diverses Team

Dabei bietet eben diese Vielfalt für Unternehmen und deren Beschäftigte viele Vorteile, wie eine bereits 2016 von der Page Group durchgeführte Studie zu Diversität und Inklusion zeigt:

  • Reduzierte Fluktuation: Für 68 % der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen ist Diversity ausschlaggebend für ihre Verweildauer im Unternehmen. Noch entscheidender ist der Faktor bei der Suche nach einem neuen Job: Hier geben sogar 73 % der Befragten an, dass Vielfalt im Unternehmen für sie eine wichtige Rolle spielt.

  • Gesteigerte Motivation und weniger Stress: Die wichtigsten Vorteile eines vielfältigen Arbeitsumfeldes sind laut der Studie zufriedenere und motiviertere Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen (64 %), gefolgt von einem gesteigerten Zugehörigkeitsgefühl zum Unternehmen (44 %) sowie ausgeglichenere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen (28 %), die sich durch Diversity weniger gestresst fühlen.

Schaubild mit Vorteilen von Diversität

Zumindest gesetzlich wurde in Deutschland bereits ein Schritt in Richtung gesteigerte Vielfalt in der Arbeitswelt getan: Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) schützt Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, vor Benachteiligungen aufgrund ihrer ethnischen Herkunft, ihres Geschlechtes, der sexuellen Identität oder Orientierung, ihrer Religion oder des Alters. Im Fall einer festgestellten Diskriminierung haben die Betroffenen ein Recht auf Entschädigung und Schadensersatz. 

Ein guter Anfang, doch um wirklich von den positiven Effekten, von denen die Studien berichten, profitieren zu können, ist noch viel Luft nach oben. Die gute Nachricht ist: Jede*r von uns kann etwas dazu beitragen.


 

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Das kannst Du heute schon für mehr Vielfalt und Inklusion tun

Schärfe Dein Bewusstsein für Diversitäts-Themen

Vielleicht ist Dir beim Lesen der Zeilen weiter oben zum ersten Mal klar geworden, dass ihr in eurem Unternehmen wenig divers aufgestellt seid. Diese Erkenntnis ist der erste wichtige Schritt hin zu mehr Vielfalt in Deiner Arbeitswelt. 

Inklusion am Arbeitsplatz

Beobachte Dich und Deine Kollegen und Kolleginnen im Arbeitsalltag - was ist für euch selbstverständlich, das für Personen aus einer anderen Kultur oder Religion nicht so wäre? Wüsste ein Kollege oder eine Kollegin, der oder die sich nicht eindeutig dem männlichen oder weiblichen Geschlecht zuordnen kann, wo er oder sie auf die Toilette gehen kann? Es fängt meist schon bei den ganz banalen Alltagsdingen an und selbst da, kann etwas mehr Aufgeschlossenheit schon einen großen Effekt haben.

Begeistere andere für das Thema

Wenn Du Dir die weiter oben verlinkten Studien durchgelesen hast, ist das bereits ein guter Anfang. Denn es ist wichtig, über die Vorteile von mehr Vielfalt in der Arbeitswelt Bescheid zu wissen. Sprich darüber mit Deinen Kollegen/Kolleginnen und Vorgesetzten und steigere deren Interesse für das Thema. Je mehr Menschen Du um Dich herum für dieses Thema gewinnen kannst, desto mehr könnt ihr gemeinsam bewegen. Eine weitere, englischsprachige, Studie mit überzeugenden Argumenten, die vor allem in Richtung gesteigerte Profitabilität von Unternehmen geht, hat die Unternehmensberatung McKinsey durchgeführt.

Begeisterte Gruppe

Für Personen, die sich weniger von Zahlen, Daten und Fakten begeistern lassen, sind konkrete Erfolgsgeschichten vermutlich überzeugender. Auf der Website der Initiative “Charta der Vielfalt” gibt es einen eigenen Bereich mit einer Sammlung unterschiedlicher Geschichten, die veranschaulichen, wie Unternehmen und deren Belegschaft von Bemühungen um mehr Vielfalt und Inklusion profitieren konnten.

Beginne mit kleinen Veränderungen

Es können schon kleine Veränderungen im Büro Deines Unternehmens sein, die dazu führen, dass sich bestimmte Personen mehr gesehen und wertgeschätzt fühlen. Wie wäre es zum Beispiel, wenn Du Dich dafür einsetzt, dass es in eurem Büro eine genderneutrale Toilette gäbe? Am besten ausgestattet mit Wickeltisch, denn die findet man heutzutage immer noch meist nur in den Toiletten der Frauen.

genderneutrales Toilettenzeichen

Auch an eurer Kommunikation könnt ihr arbeiten: Nutzt ihr eine Sprache, die jedes Geschlecht mit einschließt? Ist auf eurem Bildmaterial eine Vielfalt an Personen unterschiedlichen Alters, Geschlechts, kulturellen und religiösen Hintergrunds abgebildet? 

Wenn Du feststellst, dass sich außer Dir noch andere Kollegen und Kolleginnen für das Thema Diversität im Unternehmen interessieren, könntet ihr euch regelmäßig treffen und zu diesem Thema austauschen und weiterbilden.

All dies sind wirklich einfach umsetzbare erste Schritte, die bereits einen großen Unterschied machen können für Personen, die sich bisher nicht wahrgenommen gefühlt haben. Sich dem Thema Vielfalt in der Arbeitswelt zu öffnen, lohnt sich. Das zeigen nicht nur die Erfolgsbeispiele und Studienergebnisse aus diesem Artikel. Wenn wir einen Blick in die Natur werfen, bemerken wir auch dort, dass Diversität die klügere Überlebensstrategie ist.

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Ursprünglich veröffentlicht am 04. August 2021